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Der ganz alltägliche Wahnsinn...

Eine Behörde, in der mit Ausnahme der eigenen Ansprüche nichts oder nur wenig funktioniert

- und der Alltag der Betroffenen

17./18. Januar 2017

Eine Kundin kommt gemeinsam mit ihrem Sohn am 17.01.2017 ins Büro und legt Unterlagen vom Jobcenter Ludwigshafen vor, die bearbeitet werden müssen. Von ihr wird eine abschließende Erklärung zum Einkommen für Gewerbetreibende für die Zeiträume 03/2016 - 08/2016 und 09/2016 - 01/2017 angefordert. Das Gewerbe, eine mit ihrem Mann gemeinsam betriebene GbR wurde zum 11.01.2016(!) abgemeldet, die Gewerbeabmeldung von der Kundin wurde vorgelegt. Die Frau war bis im Dezember 2016 sozialversicherungspflichtig beschäftigt, und sucht derzeit einen neuen Arbeitsplatz.

Die Gewerbeabmeldung wird eingescannt, und mit der Nummer der Bedarfsgemeinschaft an das Jobcenter gefaxt, weiterhin eine Email an das Team 9045 mit der Bitte gesendet, die Kunden doch nicht mit so einer Arbeitsleistung zu belästigen.

Am 18.01.2017 möchte die Kundin die letzte Lohnabrechnung und die Gewerbeabmeldung mit Faxnachweis nochmals persönlich im Jobcenter abgeben. Dort teilt man ihr mit, dass ohne die angeforderten aEKS die vorgelegten Unterlagen unvollständig seien, und nicht bearbeitet werden könnten. Sie also unter diesem Umständen mit Folgen rechnen müsse. Hier soll also etwas erklärt werden, was nicht erklärt werden kann - und laut Gewerberecht gar nicht erklärt werden darf...

Arbeit ohne Akteneinsicht im "sozialsten aller Paradiese"....

Wie sagte doch heute der scheidende Bundespräsident? "In den sozialen Netzwerken wird nur beleidigt und/oder gelogen..." (Kennen wir aus dem deutschen Bundestag etwas anderes???)

Oder so ähnlich...

​Wer hier wohl den grösseren Missbrauch mit der Demokratie und sozialen Werten betreibt???

Gesprächnotiz 08.03.2017

Der bulgarische Kunde lebt seit 2007 in Deutschland, und bezieht seit August 2015 keine Leistungen mehr vom Jobcenter (Ludwigshafen). Im September 2016 wurde er von seinem Arbeitgeber in ein festes Beschäftigungsverhältnis übernommen, nachdem er dort erst als Leiharbeiter beschäftigt war. Sprachkenntnisse mittlerweile gut.

"Der Grundgedanke des Jobcenters ist nicht schlecht. Vor allem nicht für ausländischen Menschen, die in Deutschland Fuß fassen wollen. Da kann es wertvolle Hilfe sein. Leider ist die Arbeit der Mitarbeiter dort nicht immer hilfreich. Was wohl vor allem der deutschen Politik zu verdanken ist. Und leider vergisst auch ein Teil meiner Landsleute, dass der Bezug von Sozialhilfe bei einem arbeitsfähigen Menschen irgendwann mal beendet sein sollte."

Anmerkung: Das mit dem Ende des Bezugs von Leistungen haben anscheinend nicht nur die Landsleute vergessen.....

08.03.2017

Eine Kundin kommt zum wiederholten Male mit einem Schreiben, in dem die Anlage EKS eingefordert wird. Die Gewerbeabmeldung wurde wiederholt persönlich vorgelegt (die Frau hat einen Perfektionstrieb).

Bananistan liegt vor der Haustür. Man kann zu Fuß hingehen.....

Die fortgesetzte Belästigung von Leistungsbeziehern und Dienstleistern. Zum Wohle des Volkes???!?

14.03.2017

Seit ein paar Tagen häufen sich laut voneinander unabhängigen Aussagen die Beschwerden über Schikanen bei der Antragsannahme von Formularen EKS und aEKS beim Jobcenter Ludwigshafen. Diese Formulare werden dort im Augenblick wohl nur angenommen, wenn sie komplett handschriftlich ausgefüllt wurden. Die Vorlage von am PC ausgefüllten Formularen sei unzulässig. Die ausfüllbaren Formulare können allemsamt vom Internetauftritt des Arbeitsamtes herunter geladen werden....

15.03.2017

Über Hartz-IV beziehende Bulgaren und Rumänen Bulgaren und Rumänen ist in der deutschen Presse schon reichlich geschrieben worden. Über Leistungsbezieher, die wie die Hasen springen und verzweifelt einen Job suchen, um nicht länger den Schikanen an den Jobcentern ausgesetzt zu sein, noch kein Wort.

Es gibt aber auch so noch reichlich Möglichkeiten, um den aus Gründen der Wahrung des Bestands unerwünschten Abgang von Leistungsbeziehern zu verhindern. Im vorliegenden Fall ist der Leistungsbezieher beim Jobcenter seit 2011. Seit 2016 versucht er, sich im Baugewerbe selbständig zu machen. Es ist der Kunde, mit dem der Verfasser auch vor dem Arbeitsgericht Wiesbaden war. Siehe "Härtefallregelung wird selbst zum Härtefall"

Jetzt wurde er im Zusammenhang mit einer Maßnahme zum Integrationskurs bestellt,  Dafür wäre schon fünf Jahre lang Zeit gewesen. Jetzt ist das nur noch hinderlich. Amtlicher Wirtschaftsverhinderungsdienst zur Bestandspflege...

 

Vermutlich halt da wieder jemand eine Maßnahme eingeleitet, ohne zuvor in die Akten zu schauen...

Dem Verfasser ist im Jahr 2005 am Arbeitsamt Mannheim ähliches passiert. Damals stand er unmittelbar vor einer IHK-Prüfung, als er zum Bewerbertraining bestellt wurde. Den Kurst hatte er schon vor seiner Arbeitslosigkeit begonnen, weil er aus gesundheitlichen Gründen umschulen wollte. Eigeninitiative, selbst finanziert. Die Anhörung war unterste Schiene. "Wie können Sie es wagen, selbst etwas zu unternehmen....."

Vielleicht schon Morgen kommt dann irgendwo in Deutschland der nächste Zeitungsbericht über die unangemessen vielen bulgarischen Leistungsbezieher...

22.08.2017

 

Ist ehrliche Arbeitsleistung bald ein Straftatbestand?

Das lässt jedenfalls der Umgang des Jobcenters Ludwigshafen mit Arbeitenden vermuten.

 

Am 22.08.2017 lag mal wieder eine ganz besonders interessante Variante von "Sozialarbeit" auf dem Schreibtisch des Verfassers. Die verdeutlicht, dass es im Kern des Gedankens Sozialleistungen nicht immer um Soziales geht. Sondern um amtliche Willkür und Schikane auf unterstem Niveau. Vermutlich unschlagbarer Spitzenreiter im Rhein-Neckar-Raum scheint hier das Jobcenter Ludwigshafen zu sein. Der Leistungsbezieher hat seit dem 01.08.2017 einen neuen Arbeitsplatz. Der Arbeitsvertrag wurde fristgerecht vorgelegt. Und jetzt möge sich der Leser doch bitte mal in Ruhe das Schreiben des Jobcenters Ludwigshafen vom 01.08.2017 anschauen, und sich Gedanken über die angeforderten Unterlagen und die im Arbeitsleben allgemein üblichen Bedingungen machen.

Die im Schreiben des Jobcenters Ludwigshafen ausgewiesenen Anforderungen, ganz besonders im Hinblick auf die gesetzten Fristen, sind Zeugnis einer geradezu erschütternden Realitätsferne. Und belegen, dass es im Kern der Sache Sozialleistungen hier nicht darum geht, wirklich Soziales zu leisten, sondern hemmungslos zu schikanieren und zu diskriminieren. Wer schon einmal mit seiner eigenen Hände Arbeit sein Geld verdient hat, müsste eigentlich sehr wohl wissen, dass hier nichts, aber auch garnichts auch nur vom Ansatz her zusammenpasst. Im Gegenteil, man hat beim Lesen bei jedem Wort das Gefühl, dass einem da die Inkompetenz der Verfasserin/des Verfassers dieses Schreibens  förmlich ins Gesicht springt. Wenn man sich bei einer korrekten Betrachtung mit angemessener Würdigung des notwendigen Zeitaufwands dann noch die völlig unpassenden Belehrungen anschaut, dann wird sich so mancher Leser vielleicht an das Auftreten früherer Gauleiter erinnert fühlen.

Oder wollte sich die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter des Jobcenters hier schon in ihren/seinen wohlverdienten Weihnachtsurlaub verabschieden???!?

Akteneinsicht vor der Anfertigung des Schreibens vom 01.08.2017? Vermutlich keine. Es entsteht nahezu zwangsläufig der Eindruch, dass da willkürlich Akten herausgezogen werden, um überflüssige Arbeit zu produzieren.

Im Arbeitsvertrag der Leihfirma wird Stundenlohn ausgewiesen. Wenn der komplette Kalendermonat gearbeitet wurde, und die Arbeitsleistung vollständig und ordentlich abgerechnet werden soll - was das Jobcenter ja auch zu Recht erwartet - dann kann frühestens am 01. des nachfolgenden Monats eine Lohnabrechnung erstellt werden. Erfahrungsgemäß kann das dann - je nach Größe der Firma und der Zahl der abzurechnenden  Arbeitnehmer auch schon bis zum 10. des nachfolgenden Monats dauern, bis die Abrechnung erstellt wurde, und das Geld auf dem Konto der betreffenden Person eingegangen ist.

Die Stellungnahme des Verfassers kann der Leser dem nachfolgenden PDF entnehmen.

Immerhin wissen die Mitarbeiter dort, dass sie schnell beleidigt sein dürfen. Das ist dann ja auch schon mal etwas. Und wen interessiert der Umgang mit den Betroffenen dort schon? Für die allein schon diese Art von Arbeitsleistung eine tägliche Strafe und Belästigung ist. Wie für die hier zwangsweise involvierten Arbeitgeber auch.

14.10.2017

Anfrage einer Userin des Hartz 4 Forums auf Facebook am 14.10.2017 - und was man so alles mit Steuergeldern veranstalten kann.....

Userin Kata K. - "Hallo ihr lieben, erneute Frage meinerseits. Ich gehe 30h/Woche arbeiten und werde mittlerweile alle 14 Tage von meiner Arbeitsvermittlerin eingeladen, meine Chefin hat bereits ein Schreiben zum Jobcenter geschickt und mitgeteilt, dass sie mich mich während der Arbeitszeit nicht freistellen wird. Das Jobcenter reagiert allerdings nicht darauf und schickt mir weiterhin Termine. Muss ich wirklich, trotz sozialversicherungspflichtiger Arbeit, die Termine wahrnehmen?"

Stellungnahme des Verfassers auf Facebook am 14.10.2017 - "So etwas kommt leider öfters vor, als man glauben möchte. Es liegt an der fehlenden Aktenpflege, die im Land der amtliche bestelten Hartz-IV-Pfleger und -Züchter leider Standard ist. Mit einem einfachen Schreiben kann man da kaum noch Rechtswirksamkeit entfalten, Faxnachweis ist immer dringend notwendig, um bei Beschwerden oder im Falle einer Klage vor dem SG punkten zu können. Daher sollte es Dich keinesfalls überraschen, wenn Du auch noch zu einer Massnahme bestellt wirst. Merke: Menschen, die ehrlich arbeiten wollen, stören in diesem System nur...."

Userin Petra Y im gleichen Dialog: "Mein Chef ist persönlich mit mir zum Arbeitsamt gefahren und hat der Sachbearbeiterin erklärt das die Dienstpläne immer für 1 Monat geschrieben werden und er nicht an 2 Tagen im Monat alles wieder umschreiben und alle Mitarbeiter neu einteilen kann."

Stellungnahme des Verfassers: "Donnerwetter! Toller Chef. Und wo er Recht hat, hat er Recht."

 

Und was für ein überflüssiger Aufwand für Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.

Anmerkung: Sachbearbeiter an den Jobcentern scheinen manchmal die Penetranz von Scheißhausfliegen zu haben. Und Respekt dieses Systems vor ehrlich arbeitenden Menschen und vor der Wirtschaft? Keiner....!!! Man kann das vielleicht noch für - man möchte/sollte sagen dürfen: "Amtsaffenkultur billigster Machart" halten.

Wie sagte doch mal eine Frau Dr. Eva Lohse als Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen:

„Es geht nicht darum, Arbeitslosigkeit zu finanzieren, sondern gemeinsam mit den Betroffenen Wege aus der Arbeitslosigkeit zu finden.“

Wirklich gemeint aber scheint sie mit diesen Worten die bedingungslose Pflege von - man möchte/sollte sagen dürfen: Amtsaffenkultur gemeint zu haben....

Aha.....

Richtig interessant wurde die Diskussion auf Facebook dann einen Tag später, also am 15.10.2017

Da schrieb die Userin Petra Y: "Der Chef war überhaupt nicht toll. Aber er war begreiflicherweise so etwas von abgenervt. Eh kaum Personal im Altenheim und dann noch sowie von der Arge."

Nun ist ja von dieser Branche bekannt, dass sich da zunehmend ein Pflegenotstand durch Personalnotstand entwickelt.

Dementsprechend auch die eigene Stellungnahme: "Sozialdienst beschneidet die (Arbeits)Leistung von Sozialdienst. Dumm, dümmer, saudumm, Hartz IV(-Verwaltung). Da fällt einem sonst nix mehr ein....."

Um den Jobcentern den vom Gesetzgeber gewünschen Mindestbedarf beschaffen zu können, werden willenlos auch andere soziale Einrichtungen schikaniert. Und deren Arbeitsleistung willkürlich eingeschränkt und herabgewürdigt.....

"Mutti`s Handeln nach den Prinzipien des Sozialstaates...."